Unsere Geschichte

Über die aller ersten Anfänge der Liebenzeller Gemeinde Müllheim, Gründer und Gründungsdatum gibt es leider keine Informationen mehr. Wahrscheinlich sind die entsprechenden Unterlagen, auch durch die Wirren des Krieges und durch den häufigen Personalwechsel, verloren gegangen. Vermutlich aber liegt der Beginn der Gemeinde in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts, also etwa um 1850. Damals entstanden, durch die Arbeit von Alois Henhöfer, die vielen AB-Gemeinschaften (=Gemeinschaft Augsburgischen Bekenntnisses) im Badener Land. Auch die jetzige Liebenzeller Gemeinde Müllheim war etwa 50 Jahre lang AB-Gemeinschaft. Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass die Gründung unserer Gemeinde bis in die Zeit Henhöfers zurückgeht. 

Ganz sicher ist aber, dass die Gemeinde um das Jahr 1870 längst und fest bestand. Sie war damals sehr groß und hatte ihr Zuhause bei einer sehr vermögenden Frau namens Willin. Durch das starke Anwachsen der Gemeinde wurde es nötig, ein Gemeinschaftshaus zu bauen. Dies geschah in den Jahren 1871 bis 1876. Die Finanzierung trug in der Hauptsache Frau Willin. Die Gemeindeleute halfen durch Gaben und aktives Mitarbeiten auf der Baustelle mit.

Nach dem Umzug der Gemeinde in das neue Haus, das war im Jahr 1876, übernahm Herr Holdermann die Leitung der Arbeit. Herr Holdermann weilte als Kurgast in Badenweiler und suchte Anschluss an eine Gemeinde. Er wurde auf die Müllheimer Gemeinde aufmerksam gemacht, lernte Frau Willin kennen und wurde von ihr als Gastredner eingeladen. Einige Zeit später wurde er als Prediger der Gemeinde angestellt. Er zog nach Müllheim und entfaltete eine reiche, gesegnete Wirksamkeit. Als ehemaliger Lehrer war er für seinen neuen Dienst sehr geeignet. Die Gemeinde erlebte seinerzeit ihre Blüte. Der Herr Jesus schenkte war Sonntag zu Sonntag einen voll besetzten großen Saal. Viele kamen zum Glauben und fanden den Weg zum wahren Leben.

Besonders in dieser Zeit wurde die Gemeinde mit viel Spott und Verachtung konfrontiert. Doch Gott stellte sich schützend vor seine Gemeinde und ließ es nicht zu, dass seine Sache in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht wurde.

Auf Herrn Holdermann folgte von 1908 bis 1952 Prediger Dietrich Witt. Seine treue Arbeit hinterließ manche Segensspur. Während der Zeit von Prediger Witt wurde das Gemeindehaus zusätzlich als Kinderheim genutzt. Zunächst beherbergte es Missionarskinder (1929-1944), dann auch Flüchtlingskinder und Kinder vom Fürsorgeamt (1947-1968). Als Hauseltern des Kinderheims diente das Missionarsehepaar Grohmann, das Lehrerehepaar Optenhoff, das Missionarsehepaar Dages und das Predigerehepaar Leendert und Hanna van der Hoofd. Missionar Dages war zugleich der direkte Nachfolger von Prediger Witt und übernahm zusätzlich die Arbeit in der Gemeinde.


Seither ist viel passiert. Viele haben sich treu für Gott eingesetzt. Doch es war allein der HERR Jesus, der die Gemeinde über Höhen und durch Tiefen führte. Ohne seine Weisheit und Führung könnte unsere Arbeit nicht bestehen. Und auch wenn "wir IHM untreu sind, so bleibt ER treu" (2. Timotheus 2,13).